Samstag, den 10. April 2010 um 17:27 Uhr | Geschrieben von: Administrator | | |
Die .xxx-Saga geht in eine neue Runde: Bewerber ICM Registry drängt nach der positiven Gerichtsentscheidung auf eine rasche Einführung. Aus Bangladesch bewirbt man sich bei ICANN um eine internationalisierte Länderendung, und auch .gmbh macht Fort- schritte - hier unsere Kurznews.
Die Rotlicht-Domain .xxx sorgt weiter für Wirbel: nachdem ein Schiedsgericht entschieden hat, dass ICANN bei der ablehnenden Entscheidung über die Zulassung der Porno-Domain gegen seine Statuten verstoßen hat, fordert Bewerber ICM Registry nun den zeitnahen Abschluss eines Registry-Vertrages. In einem Brief an ICANN-Aufsichtsrat Peter Dengate-Thrush vom 25. Februar 2010 wies ICM-CEO Stuart Lawley darauf hin, dass man nach den Feststellungen des Gerichts die formalen Zulassungskriterien erfüllt habe; weitere Diskussionen würden daher gegen die Ent- scheidung des Gerichts verstoßen. Insbesondere dürfe die Zu- lassung nicht von weiteren Kriterien abhängig gemacht werden, wie sie in den Entwürfen zum Bewerberhandbuch für gTLDs vor- gesehen sind, da man sich bereits im Jahr 2004 zu den damali- gen Regeln qualifiziert habe. Sollte sich ICANN dem nicht beu- gen, drohte Lawley indirekt eine neue Klage an. ICANN hat an- gekündigt, das Urteil des Schiedsgerichts prüfen zu wollen und bei der nächsten Vorstandssitzung am 12. März 2010 erneut über die .xxx-Bewerbung entscheiden zu wollen.
Das südasiatische Bangladesch hat sich bei der Netzverwaltung ICANN formal um die Zuteilung einer internationalisierten Vari- ante seiner Länderendung .bd beworben. Sie soll den nach eige- nen Behauptungen mehr als 300 Millionen bengalisch sprechenden Menschen eine Navigation ausschließlich in ihrer Muttersprache ermöglichen und unter anderem auch der Optimierung in Suchma- schinenergebnissen dienen. Mit einer Zulassung rechnet man in etwa sechs bis neun Monaten. Bisher haben sich auch Russland, Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate um eine IDN-Version ihres Länderkürzels beworben.
Die Bemühungen um eine neue generische Top Level Domain .gmbh schreiten voran: Der Domain-Registrar InterNetWire Communica- tions GmbH und der TLD-Spezialist DOTZON GmbH haben für ihre gemeinsamen TLD-Pläne um .gmbh das Unternehmen "TLDDOT GmbH" gegründet. Die Aufgabenverteilung sieht vor, dass sich Inter- NetWire als einer der wenigen in Deutschland ansässigen Anbie- ter um die Entwicklung und den Betrieb der technischen Platt- form (Registry-Backend-Services) kümmert. Ausreichend Bedarf an den neuen Adressen hat man ausgemacht: "In Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz gibt es rund 1,2 Millionen GmbHs, mit steigender Tendenz", so Andreas Schrei- ner, einer der beiden Geschäftsführer. "Über 80.000 GmbHs ha- ben ihre Wunschadresse unter den Top Level Domains .de oder .com nicht erhalten und mussten deshalb auf zweitklassige In- ternetadressen wie www.firmenname-gmbh.de ausweichen". Dieses Dilemma soll .gmbh beenden; mit ersten Registrierungen rechnet TLDDOT GmbH für das Jahr 2011.
Quelle: domainnamewire.com, sify.com, ptext.de
Neues von .info, .cn und .xxx
Freitag, den 09. April 2010 um 13:50 Uhr | Geschrieben von: Administrator | | |
Die Endlos-Saga um die Porno-Domain .xxx geht in die nächste Runde: ein Schiedsgericht wirft ICANN vor, gegen seine Statu- ten verstoßen zu haben. Bei .info wirds sommerlich kurz und bei .cn gibt es mal wieder neue Vergaberichtlinien - hier un- sere Kurznews.
Kurzdomains liegen voll im Trend, da will auch .info den An- schluss nicht verpassen. Mit Schreiben vom 09. Februar 2010 wandte sich die Registry Afilias an ICANN und bat um Freigabe aller Ein- und Zwei-Zeichen-Domains unterhalb von .info. Bei der Vergabe der begehrten Domain-Namen will sich Afilias ein Beispiel an der .biz-Registry Neustar nehmen und ebenfalls ein Drei-Phasen-Modell anwenden. Die erste Phase ist ein "RFP" (Requests for Proposal) getauftes Ausschreibungsverfahren, in Phase zwei dann die klassische Versteigerung an den Meistbie- tenden. Bleiben dann noch Domains übrig, erfolgt ihre Vergabe in offener Registrierung. ICANN hat den Vorschlag zur öffent- lichen Stellungnahme ausgelegt. Es spricht derzeit nichts da- für, dass der Antrag abgelehnt wird; vor Ende März 2010 wird jedoch keine Entscheidung fallen. Wie beliebt die Kurzdomains sind, bewies ebenfalls erst vor kurzem .biz: den höchsten Auk- tionserlös erzielte e.biz, die dem Käufer immerhin US$ 66.001,- wert war. Zahlreiche weitere Adressen fanden für Preise zwi- schen US$ 5.000,- und 15.000,- einen neuen Inhaber.
Erneute Wende im Fall der chinesischen Landesendung .cn: seit dem 10. Februar 2010 können auch ausländische Interessenten wieder .cn-Domains registrieren. Bis Dezember 2009 konnten die chinesischen Webadressen nahezu unbeschränkt registriert wer- den, doch dann zog die Registry CNNIC die Zügel an und sperr- te sowohl Ausländer als auch Privatpersonen von der Anmeldung aus. Allerdings bleibt es dabei, dass auch ausländische Unter- nehmen einen Sitz vor Ort benötigen. Ob diese geänderte Regel nur kurze Dauer gilt, ist derzeit nicht abzusehen. Bestehende Registrierungen sollen unberührt bleiben.
Etappensieg für ICM Registry: das Schiedsgericht des Interna- tional Centre For Dispute Resolution hat nach über 20 Monaten Verfahrensdauer festgestellt, dass ICANN bei der Entscheidung über die Zulassung der Rotlicht-Domain .xxx gegen seine Statu- ten verstoßen hat. Am 1. Juni 2005 hatte ICANN mit 6:3 Stim- men zunächst grünes Licht für .xxx gegeben, war dafür aber an- lässlich des Meetings in Luxembourg im Juli 2005 heftig ange- griffen worden; unter anderem das US-Wirtschaftsministerium mahnte an, dass nicht sämtlichen Bedenken Rechnung getragen worden sei. Am 30 März 2007 lehnte ICANN darauf die Bewerbung von ICM mit 9:5 Stimmen ab. Auf 80 Seiten begründet nun das Schiedsgericht, warum diese Entscheidung gegen ICANN-Statuten verstößt. Im Kern wirft das Gericht ICANN vor, dass es nicht nachträglich seine Entscheidung revidieren könne; bereits vor der Entscheidung müssten alle wesentlichen Argumente gehört und bewertet werden, nicht erst danach. Die Entscheidung des Gerichts bedeutet nicht, dass ICM damit den Zuschlag erhält; Aufschluss hierüber wird wohl erst das allgemeine Bewerberver- fahren bringen. Ungeschoren kommt ICANN allerdings nicht da- von: zwar muss jede Partei ihre Anwaltskosten selbst tragen; für die Gerichtskosten in Höhe von US$ 473.744,91 muss ICANN aber alleine aufkommen.
Die Entscheidung des Schiedgerichts zu .xxx finden Sie hier:
Freitag, den 09. April 2010 um 13:44 Uhr | Geschrieben von: Administrator | | |
Profis aufgepasst: ab sofort stehen unter der Top Level Domain .pro zahlreiche Kurzdomains zur Verfügung, die aus lediglich einem, zwei oder drei Zeichen bestehen. Daneben optimiert .tel die Möglichkeiten der eigenen Endung, während .berlin mit Er- folg frisches Geld einsammelt - hier unsere Kurznews.
RegistryPro, Verwalter der Profi-Domain .pro, hat mit der Ver- teilung von Kurzdomains begonnen. Seit dem 10. Februar 2010 können Domain-Namen unter der Endung .pro auch mit einem, zwei oder drei Zeichen angemeldet werden, so dass erstmals auch In- ternetadressen wie i.pro, ny.pro oder 777.pro möglich sind. In der ersten Phase ihrer Verteilung hat sich RegistryPro jedoch für ein "Request for Proposals"-Verfahren (RFP) entschieden, so dass sich Interessenten um einzelne Domains mit einem Busi- nessplan bewerben müssen. Details für eine erfolgreiche Bewer- bung, für die eine Bewerbergebühr von US$ 250,- pro Domain zu entrichten ist, hält RegistryPro auf seiner Website bereit. In- teressenten sollten berücksichtigen, dass .pro keine allgemein registrierbare Top Level Domain ist, sondern unverändert nur ausgewählten, besonders qualifizierten Berufsgruppen wie Ärz- ten, Steuerberatern oder Rechtsanwälten offen steht.
Es war wohl nur eine Frage der Zeit: Telnic, Registry der Te- lefon- und Adressbuchdomain .tel, bereitet sich auf die Zulas- sung von Domain-Parking vor. Schon in Kürze sollen die Domain- Inhaber Werbung von Google Adsense in das bisher statische An- gebot einbetten können; mit den dort geschalteten Werbeanzei- gen lässt sich dann über Pay-per-Click Geld verdienen. Derzeit plant Telnic, Domain-Parking bis Ende März 2010 zu ermöglichen. Parallel arbeitet man an einem Redesign der Website, die unge- achtet der neuen Werbemöglichkeiten für alle .tel-Domains wei- terhin ein einheitliches Aussehen behält. Gut möglich, dass angesichts dieser Innovationen nun auch die Registrierungszah- len nach oben schießen.
Licht und Schatten bei der Hauptstadt-Domain .berlin. Wie Dot- Berlin, die Registry in spe, mitteilt, demonstrieren die Ge- sellschafter der dotBERLIN GmbH & Co. KG mit einer weiteren Finanzierung in sechsstelliger Höhe ihr fortgesetztes Vertrau- en in die Einführung der neuen Endung. Die zusätzlichen Mittel ermöglichen einen weiteren Ausbau des Projektes, wie DotBerlin in einer Pressemitteilung bekanntgab. "Wir freuen uns natür- lich über diesen Vertrauensbeweis", merkte .berlin-Gründer und Geschäftsführer Dirk Krischenowski an. Doch angesichts der Ver- zögerungen bei ICANN bleiben auch die ehrgeizigen Bemühungen von DotBerlin stecken; derzeit rechnet Krischenowski damit, die Bewerbung im Frühjahr 2011 abgeben zu können. Einstweilen setzt man sich für weitere Städte-Domains ein; so ist Krischenowski Sprecher der "dotcities" Stadt-Top-Level-Domain-Interessengrup- pe bei ICANN, der unter anderem die Bewerber aus Paris, New York City und Barcelona angehören.
Weitere Informationen zu den Kurzdomains unter .pro finden Sie unter:
Freitag, den 09. April 2010 um 13:41 Uhr | Geschrieben von: Administrator | | |
Da muss sich VeriSign warm anziehen: die im irischen Dublin ansässige Registry Afilias, Verwalterin der Top Level Domain .info, übernimmt die mTLD Top-Level Domain Ltd., ihres Zei- chens Registry der Top Level Domain .mobi. Über Vertragsde- tails wurde Stillschweigen vereinbart.
Das Domain-Jahr 2010 beginnt mit einem kleinen Paukenschlag. Wie Afilias vergangene Woche bekanntgab, hat man sämtliche An- teile an der als "DotMobi" bekannten Registry mTLD Ltd. für die Endung .mobi übernommen. DotMobi hatte sich im Jahr 2004 bei ICANN um die Verwaltung von .mobi beworben und damals den Zuschlag erhalten. Die Bewerbung sorgte einst für erhebliches öffentliches Interesse, zählt .mobi doch so Schwergewichte wie Ericsson, Microsoft, Nokia, T-Mobile, Visa und Vodafone zu seinen Gründungsvätern. Nunmehr sicherte sich Afilias sämtli- che Anteile an der Gesellschaft und beabsichtigt, DotMobi als eigenständiges Tochterunternehmen fortzuführen. Über Vertrags- details schweigt sich Afilias aus, so dass über den Kaufpreis keine Erkenntnisse vorliegen. Über das irische Handelsregister war lediglich zu erfahren, dass DotMobi im Jahr 2009 einen Verlust von EUR 3,5 Mio. hinnehmen musste; die gesamten Ver- bindlichkeiten gegenüber Gläubigern sollen bei EUR 1,7 Mio. liegen. Ob Afilias die Übernahme zum Anlass nimmt, Änderungen am .mobi-Vergabemodell vorzunehmen, blieb unbekannt.
Aus strategischer Sicht ist der Erwerb für Afilias, die sich neben VeriSign als weltweit wichtigste Registry fühlen darf, durchaus sinnvoll. Beim Start der allgemeinen Registrierung im Oktober 2006 gelang .mobi mit etwa 95.000 Anmeldungen al- lein an den ersten beiden Tagen ein Bilderbuchstart, an dem Afilias bereits maßgeblich beteiligt war - die .info-Verwal- tung hat bei .mobi von Beginn an die Aufgabe als technische Verwalterin übernommen. Insoweit ist die Übernahme und Fort- führung von DotMobi nur der nächste logische Schritt, zumal sich die Gesamtzahl der registrierten .mobi-Domains auf in- zwischen knapp eine Million erhöht hat. Afilias stärkt damit seine Kompetenz im Registry-Bereich; so hat man auch bei zahl- reichen anderen Top Level Domains wie .org, .aero, .asia oder .me (Montenegro) die technischen Finger mit im Spiel.
"Afilias ist seit langem führend beim Start neuer Top Level Domains, und unterstützt nunmehr über 50 Prozent aller welt- weiten Top Level Domains, die seit 2001 gestartet sind", freute sich Hal Lubsen, CEO von Afilias. Man muss daher kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass Afilias auch bei der Einführung neuer generischer Top Level Domains ein gewichti- ges Wort mitsprechen wird.
Quelle: afilias.info, paidcontent.co.uk
Neues von .rf, .lu und .music
Donnerstag, den 08. April 2010 um 18:02 Uhr | Geschrieben von: Administrator | | |
Angesichts der Winterstürme kann man es sich kaum vorstellen, doch die ersten Sunrise Periods des Jahres 2010 laufen: sowohl in Russland als auch in Luxemburg ist dabei Zeit für interna- tionalisierte Adressen. Bei .music macht man sich dagegen erst noch Hoffnung auf möglich viele Registrierungen - hier unsere Kurznews.
Die russische Registry drückt aufs Tempo: wie idnblog.com mel- det, soll die Verwaltung des kyrillischen Kürzels .rf, mit dem erstmals Domains vollständig in Landessprache sowohl auf Ebene der Top Level Domain als auch der Second Level Domain möglich sind, Ende März 2010 übergehen. Andrei Kolesnikov, Vertreter der Registry, warnt jedoch vor technischen und administrativen Problemen, die den Übergang verzögern könnten; vor allem Kenn- zeichenrechteprobleme machen ihm Sorgen. Derzeit favorisiert man das "first come, first served"-Modell, bei dem sich aus- schließlich der zeitlich schnellere durchsetzt. Dieses Verfah- ren hat jedoch seine Tücken und ist insbesondere anfällig für Versuche technischer Manipulationen. Als Starttermin für die Registrierung wird der Sommer 2010 gehandelt; Voranmeldungen für die Sunrise Period sind über nic.ru aber schon jetzt mög- lich.
Wo wir schon beim Thema IDNs und Sunrise Period sind: bereits seit 1. Februar 2010 und noch bis zum 31. März 2010 läuft bei der luxemburgischen Landesendung .lu die Phase zur bevorrech- tigten Registrierung von .lu-Domains mit Sonderzeichen, insbe- sondere den drei Umlauten ä, ö und ü. Teilnehmen darf jeder, der sich die Abwandlung seiner bereits registrierten .lu-Do- main sichern möchte und hierzu ein oder mehrere Zeichen inner- halb der Domain durch Sonderzeichen austauscht. Ab 1. April 2010 läuft dann die allgemeine Registrierung, in der IDNs auf "first come, first served"-Basis vergeben werden. Und noch ein Zuckerl hält die Registry DNS-LU bereit: die Einschränkung, dass der Admin-c seinen Sitz in Luxemburg haben muss, ist zum 1. Februar 2010 ersatzlos entfallen.
Die Initiative zur Einführung einer neuen generischen Top Le- vel Domain .music kann auf reichlich Unterstützung hoffen. Wie Bewerber DotMusic in einer Pressemitteilung bekanntgab, hat die Zahl der Unterstützer die Marke von zwei Millionen über- schritten. Die Endung .music macht sich auf, der Musik-Commu- nity eine virtuelle Heimat zu bieten. Zielgruppen sind unter anderem Künstler, Musiker, Bands, die Musikindustrie und de- ren Organisationen sowie Veranstaltungsorte. Damit sollen Do- mains wie eltonjohn.music, appetitefordestruction.music, emi .music, u2.music oder pop.music möglich sein. Unter music.us haben die Initiatoren dazu eine Petition gestartet, über die jedermann .music unterstützen kann. In Kombination mit diver- sen Social Communities wie Twitter und Facebook stieg die An- zahl der eingetragenen Interessenten in den letzten Monaten rapide an. Freilich: nachprüfbar bleiben diese Zahlen nicht. Und noch wichtiger: eine Registrierung ist derzeit ebenfalls nicht möglich. Die Petition läuft jedoch weiter, Name und ei- ne eMail genügen, um an ihr teilzunehmen.
Weitere Informationen zu .lu finden Sie unter: > > http://www.dns.lu/en/about-dnslu/news/ Weitere Informationen zu .music finden Sie unter: > > http://www.music.us/ Quelle: idnblog.com, nic.lu, prweb.com