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Domain TLD News
Neues von .info, .cn und .xxx
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Neues von .info, .cn und .xxx
Neues von .info, .cn und .xxx
Die Endlos-Saga um die Porno-Domain .xxx geht in die nächste
Runde: ein Schiedsgericht wirft ICANN vor, gegen seine Statu-
ten verstoßen zu haben. Bei .info wirds sommerlich kurz und
bei .cn gibt es mal wieder neue Vergaberichtlinien - hier un-
sere Kurznews.
Kurzdomains liegen voll im Trend, da will auch .info den An-
schluss nicht verpassen. Mit Schreiben vom 09. Februar 2010
wandte sich die Registry Afilias an ICANN und bat um Freigabe
aller Ein- und Zwei-Zeichen-Domains unterhalb von .info. Bei
der Vergabe der begehrten Domain-Namen will sich Afilias ein
Beispiel an der .biz-Registry Neustar nehmen und ebenfalls ein
Drei-Phasen-Modell anwenden. Die erste Phase ist ein "RFP"
(Requests for Proposal) getauftes Ausschreibungsverfahren, in
Phase zwei dann die klassische Versteigerung an den Meistbie-
tenden. Bleiben dann noch Domains übrig, erfolgt ihre Vergabe
in offener Registrierung. ICANN hat den Vorschlag zur öffent-
lichen Stellungnahme ausgelegt. Es spricht derzeit nichts da-
für, dass der Antrag abgelehnt wird; vor Ende März 2010 wird
jedoch keine Entscheidung fallen. Wie beliebt die Kurzdomains
sind, bewies ebenfalls erst vor kurzem .biz: den höchsten Auk-
tionserlös erzielte e.biz, die dem Käufer immerhin US$ 66.001,-
wert war. Zahlreiche weitere Adressen fanden für Preise zwi-
schen US$ 5.000,- und 15.000,- einen neuen Inhaber.
Erneute Wende im Fall der chinesischen Landesendung .cn: seit
dem 10. Februar 2010 können auch ausländische Interessenten
wieder .cn-Domains registrieren. Bis Dezember 2009 konnten die
chinesischen Webadressen nahezu unbeschränkt registriert wer-
den, doch dann zog die Registry CNNIC die Zügel an und sperr-
te sowohl Ausländer als auch Privatpersonen von der Anmeldung
aus. Allerdings bleibt es dabei, dass auch ausländische Unter-
nehmen einen Sitz vor Ort benötigen. Ob diese geänderte Regel
nur kurze Dauer gilt, ist derzeit nicht abzusehen. Bestehende
Registrierungen sollen unberührt bleiben.
Etappensieg für ICM Registry: das Schiedsgericht des Interna-
tional Centre For Dispute Resolution hat nach über 20 Monaten
Verfahrensdauer festgestellt, dass ICANN bei der Entscheidung
über die Zulassung der Rotlicht-Domain .xxx gegen seine Statu-
ten verstoßen hat. Am 1. Juni 2005 hatte ICANN mit 6:3 Stim-
men zunächst grünes Licht für .xxx gegeben, war dafür aber an-
lässlich des Meetings in Luxembourg im Juli 2005 heftig ange-
griffen worden; unter anderem das US-Wirtschaftsministerium
mahnte an, dass nicht sämtlichen Bedenken Rechnung getragen
worden sei. Am 30 März 2007 lehnte ICANN darauf die Bewerbung
von ICM mit 9:5 Stimmen ab. Auf 80 Seiten begründet nun das
Schiedsgericht, warum diese Entscheidung gegen ICANN-Statuten
verstößt. Im Kern wirft das Gericht ICANN vor, dass es nicht
nachträglich seine Entscheidung revidieren könne; bereits vor
der Entscheidung müssten alle wesentlichen Argumente gehört
und bewertet werden, nicht erst danach. Die Entscheidung des
Gerichts bedeutet nicht, dass ICM damit den Zuschlag erhält;
Aufschluss hierüber wird wohl erst das allgemeine Bewerberver-
fahren bringen. Ungeschoren kommt ICANN allerdings nicht da-
von: zwar muss jede Partei ihre Anwaltskosten selbst tragen;
für die Gerichtskosten in Höhe von US$ 473.744,91 muss ICANN
aber alleine aufkommen.
Die Entscheidung des Schiedgerichts zu .xxx finden Sie hier:
> http://www.icmregistry.com/irp.html
Quelle: icann.org, domainnamewire.com, stephanevangelder.com,
circleid.com


